Ökumenisches Esperanto-Forum Nummer 31 - 8. Jahrgang
- September 1998
Inhaltsverzeichnis :
Nantes 1598 - 1998
Christen, die Esperanto sprechen, hatten im letzten Sommer wieder zahlreiche
Gelegenheiten, die internationale Sprache anzuwenden. In Tschechien
fand das traditionelle Jugendlager von IKUE statt, bei Kongressen wurden
Messfeiern und ökumenische Gottesdienste gehalten, so in Montpellier
beim von mehr als 3 000 Personen aus 65 Ländern besuchten Weltkongress.
Die herausragenden Ereignisse waren aber der 13. Ökumenische Esperanto-Kongress
in Nantes-Rezé zum 400. Jahrestag des Edikts von Nantes, und
das ökumenische Jugendlager in Taizé, wo eine stattliche
Gruppe von Esperanto-kundigen Jugendlichen aus vielen Ländern eine
Woche lang am geistlichen Leben der Kommunität von Taizé
teilnahm.
Drei Schwerpunkte kamen schon im Thema von Nantes zum Ausdruck, und
alle drei wurden in Referaten und Diskusssionen gründlich bearbeitet:
Toleremo - Repaciĝo - Libereco.
Toleranz: 1598 gewährte der französische König, nach
acht blutigen Kriegen, den reformierten Hugenotten Duldung. Eine Ausstellung
in Schloss von Nantes beleuchtete die verschiedenen Aspekte dieser für
uns Heutige schwer verständlichen Epoche.
Versöhnung: alle Teilnehmer hatten die Esperanto-Fassung der Schlussbotschaft
der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Händen,
die voriges Jahr unter Beteiligung einer 42-köpfigen Esperanto-Arbeitsgruppe
in der steirischen Landeshauptstadt Graz stattgefunden hat. "Versöhnung
- Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens": Mitglieder der Gruppe gaben
ihre persönlichen Eindrücke wieder, als glückliche Ergänzung
des Dokuments.
Freiheit: Das ist mehr als nur Duldung, die oft nur notgedrungen gewährt
wird. Erst in Freiheit ist volle gegenseitige Anerkennung möglich.
Viel Zeit verwendete der Kongress auf das Studium der Gemeinsamen Erklärung
zur Rechtfertigunglehre, die von katholischen und lutherischen Theologen
in jahrzehntelanger Arbeit erstellt wurde. Kurz vor dem Kongress war
die unerwartet kühle und von Vorbehalten gekennzeichnete Stellungnahme
aus Rom bekanntgeworden, die von vielen Prostestanten, aber auch Katholiken,
als kalte Dusche empfunden wurde. Die Bedeutung der Erklärung wird
aber dadurch nicht geringer, auch wenn noch weiter gearbeitet werden
muss. Bei der genauen Nachprüfung der zahlreichen in dem Dokument
genannten Bibelstellen zeigte sich, wie unbefriedigend und nicht mehr
zeitgemäß eine solche Aneinanderreihung von "Beweisstellen"
heute empfunden wird.
Beim 13. Ökumenischen Esperanto-Kongress wurde nicht nur jeden
Morgen eine Messe gehalten, sondern auch die Gemeindemesse in St. Donatien
war zweisprachig, ebenso wie nachher der Gemeindegottesdienst in der
reformierten Kirche. Fast alle Kongressteilnehmer beteiligten sich an
beiden Gottesdiensten.
Eine Stimme aus der Teilnehmerschaft: ob es nicht auch sonst zu überlegen
wäre, statt der üblichen ökumenischen Gottesdienste von
Zeit zu Zeit einfach miteinander Gottesdienst zu feiern, jedoch einmal
ganz nach katholischer Form, ein andermal ganz nach reformierter oder
lutherischer. Für viele wäre dies eine einmalige Gelegenheit,
die andern authentisch kennen zu lernen.
Eine ganztägige Studienfahrt war so aufgebaut: Erst ging es nach
St. Laurent-sur-Sèvre auf den Spuren des Heiligen Louis-Marie
de Montfort (1673-1716), dann in das Hugenottenmuseum in Bois Tiffrais,
mit einem Abstecher an den Atlantik, nach diesem Kontrastprogramm.
Auffallend war, wie stark die Stundengebete besucht waren. Noch in Szombathely
kamen 8 - 12 Leute vor dem Mittagessen in einer ganz kleinen Kapelle
zusammen, diesmal war es die Mehrzahl der über 80 Teilnehmer,
die von dem Angebot Gebrauch machten - unter der hervorragenden Anleitung
der Pfarrer Kronenberger und Eichkorn. Das Grazer Liturgiebuch mit einem
neuen Anhang für Nantes bildete die äußere Voraussetzung
für ein gesammeltes Beten und Singen in der gemeinsamen Sprache.
Goethe und Lessing in Dresden
Im Rahmen des Deutschen Esperanto-Kongresses wurde an Pfingsten ein
ökumenischer Esperanto-Gottesdienst gehalten, mit Predigt von Pfarrer
Lothar Baumgart, dem neuen Vorsitzenden der deutschen Abteilung von
KELI, und Liturgie von Pfarrer Albrecht Kronenberger, der in Speyer
und Stuttgart regelmäßig bei den Esperanto-Gottesdiensten
mitarbeitet.
Bei einer Matinée las ein renommierter Schauspieler einen Text
aus Goethes Faust und die Ringfabel aus Lessings Nathan. Im Zusammenhang
damit sei aus dem Archiv der Deutschen Esperanto-Bibliothek Aalen folgendes
Dokument zitiert:
Die "Berliner Morgenpost" vom 24. Dez. 1911 brachte in ihrer Beilage
"Höhepunkte des Lebens und Schaffens" eine Reihe von Bekenntnissen
hervorragender Persönlichkeiten. Dort sagt Emanuel Reicher, der
berühmte Künstler in der Charakterdarstellung, nach einigen
einleitenden Sätzen:--"Aber das sind alles Momente, die für
meine Lebens- und Kunstentwicklung gleichbedeutend waren. Aus allen
jedoch schält sich mein letztes großes Erlebnis als das bedeutendste
und gewaltigste heraus. Und das war die Aufführung von Goethes
"Iphigenie" in der Esperantosprache. Es war im königlichen Opernhaus
zu Dresden, während des Esperantokongresses im Jahre 1908. Ich
wurde damals von manchen Zeitungen und selbstverständlich von gelehrten
Philologen gar mächtig verketzert, weil ich es wagte, im "Kauderwelsch"
einer konstruierten Sprache das Meisterwerk unseres großen Goethe
zu verhunzen. Zur Demonstrierung dieses Kauderwelsch hatte eine deutsche
Zeitschrift eine Übersetzung von Schillers "Räubern" zitiert;
hinterher erst erfuhr sie, dass das eine portugiesische Übersetzung
war, eine der schönsten Sprachen, die es gibt.
Als ich am Abend dieser denkwürdigen Vorstellung im festlich beleuchteten
Hause über 1 700 Menschen sah, die 42 verschiedenen Nationen angehörten,
Menschen, von denen der größte Teil weither gekommen war,
als ich dieses vielsprachige Ungeheuer vor mir sah und mich dann die
Angst befiel, dass am Ende die Herren "Gelahrten" doch Recht behalten
könnten mit ihrer Verhöhnung der konstruierten Kunstsprache,
da wurde mir recht bange und ich fürchtete, dass mir jetzt ein
hoher Traum zerstört würde. Aber als ich dann die hohe, die
unaussprechliche Freude erlebte, dass alle diese vielsprachigen Menschen
sich in dem dichterischen Ausdruck einer einzigen Sprache zusammenfanden
und mit einer Andacht, die man in einem deutschen Theater sonst vergeblich
suchen würde, diesem herrlichen Meisterwerk deutscher Dichtung
lauschten, um nachher ihre Eindrücke in ihre mehr oder minder entfernte
Heimat - bis nach Ostasien z.B. - zu tragen, da durchströmte mich
die große und heilige Empfindung vom Menschheits-Ganzen, das Hochgefühl,
dass doch noch eine Zeit kommen wird, in der das Menschheits-Verbrüderungs-Ideal
aus einem Traum in strahlende Wirklichkeit umgesetzt werden wird. Und
das erreicht durch Mittel, in denen unsere Kunst mit unter den ersten
aller Künste sein wird, die um die Menschheit das einigende Band
schlingen wird. Es wird eine wunderbare Zeit sein, in der die Künstler
des Wortes in einer allen Völkern verständlichen Sprache von
der Bühne herab die edelsten Werke deutschen Dichtergeistes vermitteln
werden. Eine Kulturtat allerersten Ranges! Das erwies sich mir wie eine
Erleuchtung in jenen Stunden, da im Dresdner Opernhaus Goethes "Iphigenie"
in der Sprache des Esperanto gespielt wurde. - Und das war bisher der
höchste und wichtigste Moment meines Lebens."
Ökumenischer
Kirchentag in Osnabrück
Astrid Hanke berichtet:
Zufällig hörte ich am letzten Sonntag im März
1998 bei der Rundfunkübertragung eines Gottesdienstes aus Osnabrück,
dass dort im Juli ein Ökumenischer Kirchentag stattfinden sollte.
Anlass war "350 Jahre Westfälischer Friede". Ich ließ mir das
Programm geben und sah, dass dieses Regionaltreffen im Prinzip alle Elemente
des Evang. Kirchentags und des Katholikentags aufweist, darunter eine "Kirchenmeile"
als "Markt der Möglichkeiten". Auf Anfrage bekam ich dort einen Platz
für einen Informationsstand der Ökumenischen Esperanto-Liga.
Nun suchte ich telefonisch nach Mitarbeitern - und viele kamen.
Hans Welling aus der Nähe von Osnabrück brachte von seinem Club
der Radioamateure einen Stand, kostenlos. Ebenfalls aus Osnabrück
halfen das Ehepaar Holtmann und Vladimir Kononiok (ehemals Ukraine). Aus
Bremen kamen Dr. Hans Walter Krüger mit Franz und Elisabeth Kruse,
aus Nordenham Anne Höpken, aus Telgte-Westbevern Margarete Brandenburg,
aus Almelo/NL Gerda Dercks, und schließlich ich aus Westerland auf
Sylt.
Das Informationsmaterial bekamen wir von den Pfarrern Baumgart,
Eichkorn und Kronenberger sowie vom Deutschen Esperanto-Bund und von Hermann
Behrmann aus Berlin.
Die Kirchenmeile war für das Publikum geöffnet am Freitag
von 19 bis 22 Uhr und am Sonnabend von 9 bis 16 Uhr. Da sie auf der Straße
stattfand, war das Publikum gemischt aus Kirchentagsteilnehmern und Passanten,
die auf Einkaufstour waren. Das Alter der Interessenten lag größtenteils
zwischen 30 und 60 Jahren. Als besonders werbe wirksam erwiesen sich die
von Pfarrer Baumgart hergestellte Karte in Postkartengröße mit
dem Vaterunser auf der einen, dem apostolischen Glaubensbekenntnis auf
der andern Seite, sowie die Ausgaben des Ökumenischen Esperanto-Forums.
Neben dem Verteilmaterial hatten wir zur Ansicht Bücher ausgelegt
- die Bibel, das Gesangbuch "Adoru Kantante", die Liederhefte "Tero kaj
Ĉielo Kantu", das offizielle römische Messbuch, die Liturgie vom
Ökumenischen Gottesdienst beim Deutschen Esperanto-Kongress (Pfingsten
1998 in Dresden-Freital), aber auch den Koran und andere Esperanto-Literatur.
Allen, die beigetragen haben, den Stand während des Ökumenischen
Kirchentags am ersten Wochenende im Juli 1998 zu einem Erfolg zu machen,
sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt. Die Aktion sei zur Nachahmung
empfohlen!
Katholikentag in Mainz
Es wäre eine Sensationsmeldung, wenn es das erste Mal gewesen
wäre - aber die Zahl der Woche für Woche irgendwo auf der
Welt ganz oder teilweie auf Esperanto gehaltenen Gottesdienste lässt
sich schon lange nicht mehr überblicken. Dass aber ein Erzbischof
die Messe ganz auf Esperanto feiert, kommt doch nicht alle Tage vor:
Beim Katholikentag in Mainz (10.-14. Juni) tat dies Erzbischof György
Jakubinyi aus Alba Iulia zusammen mit drei deutschen Priestern, Bernhard
Eichkorn, Albrecht Kronenberger und Hatto von Hatzfeld. Im Anschluss
an den Gottesdienst erzählte der Gast aus Rumänien von seinem
Leben. Er wurde 1946 im selben Ort geboren wie Elie Wiesel, Sighetul-Marmatiei;
dort wohnten viele Juden neben Ungarn, Rumänen und Ukrainern. "Wenn
man schon als Kind auf der Straße viele Sprachen hört, lernt
man Fremdsprachen rasch." Außer seiner ungarischen Muttersprache
lernte er schon als Jugendlicher Rumänisch, Deutsch, Latein, Russisch
und, mit elf Jahren, Esperanto. 1972 - 1992 war er Dozent an der theologischen
Hochschule von Alba Iulia und gab seinen Studenten auch regelmäßig
Esperanto-Unterricht, ging aber nie zu Tagungen oder Kongressen. Seit
1994 ist er Erzbischof einer Diözese mit einer halben Million Katholiken,
von denen 95 % Ungarn sind. 1991 vertrat er die rumänischen Bischöfe
bei der Europäischen Bischofssynode im Vatikan und plädierte
damals in einer achtminütigen Rede für den Gebrauch des Esperanto
in der katholischen Kirche, da nur eine von den 13 Riten Latein als
gemeinsame Sprache habe. Er drückte seine Vermutung aus, der Widerstand
gegen Esperanto könnte antisemitische Wurzeln haben, da der Begründer
der Sprache Jude war. Gerade diese Passage wurde dann aber in den Berichten
nicht erwähnt; manche Bischöfe fragten ihn nachher, ob sein
Vorschlag ernst gemeint sei oder ob er sich bloß mit einer ungewöhnlichen
Idee wichtig machen wolle!
Das Interesse vor allem der jüngeren Generation an dem Esperanto-Informationsstand
beim Katholikentag zeigt jedoch, dass die Idee nicht von gestern ist, sondern
aktuell auf dem Tisch liegt.
Internet-Benutzer finden die ausführlichen Texte unter der Adresse
<http:/home.t-online.de/home/ulrich.matthias/ikue.htm>. Diese und
die vorhergehende Nummer unseres ÖkEsFo ist abrufbar unter: <http:/home.t-online.de/home/st-fidelis>.
Siehe auch die Predigt von Erzbischof Györgi Jakubinyi,
original in Esperanto von ihm selbst verfaßt.
Christaller-Ausstellung
in Stuttgart
Vor hundert Jahren, am 21. August 1898, ist die Bildhauerin Frida
Christaller geboren. Sie lebte im Stuttgarter Süden. Dort hatte sie
ihr Atelier, von ihr beharrlich Werkstatt genannt. Mit 93 Jahren ist sie
1991 gestorben.
Frida Christaller ist vor allem durch ihre Krippenfiguren aus Ton bekannt
geworden. Im Schaufenster des Stuttgarter Kunsthauses Schaller gehörten
sie zum festen Bestand - solange es sie noch zu kaufen gab. Auch die
Krippe der Stuttgarter Markuskirche stammt von ihrer Hand. Zu ihrem
Werk gehören aber auch Bildnisse, Gartenplastiken, eine Zamenhof-Büste,
Brunnen, Drahtreliefs am Bau, Schnitzarbeiten, Bronzegüsse und
ein Wettbewerbsbeitrag für ein Esperanto-Denkmal in Göteborg.
Zu ihrem Geburtstag veranstaltete die Markuskirche eine Feier, verbunden
mit der Eröffnung einer Ausstellung mit Werken der Künstlerin.
Exemplarisch zeigte sie die verschiedenen Seiten ihres Schaffens - vom
frühen Scherenschnitt bis zu Tierfiguren und Kinderporträts.
Bei der Eröffnungsveranstaltung wies Pfarrerin Schury darauf hin,
dass es sich eigentlich um eine vorweggenommene Kirchentagsveranstaltung
handelt: Bei der Suche nach bedeutenden Frauen aus Stuttgart, die 1999
beim Kirchentag herausgestellt werden sollen, stieß man auf die
Bildhauerin, die zur Markusgemeinde gehörte, und beschloss, nicht
bis zum nächsten Jahr zu warten, sondern den richtigen Geburtstag
zu feiern.
Eine große Zahl von Freunden und Verwandten zeichneten
mit teilweise spontanen Beiträgen ein lebendiges Bild der bescheidenen
Frau, die durch ihre Krippen in vielen Häusern Württembergs gegenwärtig
geblieben ist. Eine Mitarbeiterin des Landeskirchlichen Museums Ludwigsburg
wies darauf hin, dass es vor allem zwei Frauen zu danken sei, wenn die
künstlerisch anspruchsvolle Krippe in evangelischen Häusern heimisch
geworden ist - Anna Fehrle aus Schwäbisch Gmünd und eben Frida
Christaller.
Immer wieder wurde ihr Engagement für Frieden und Völkerverständigung
erwähnt. Von ihrem Vater, Paul Christaller, der Professor an der
Kunstakademie Stuttgart war, hat sie mit der Esperanto-Sprache auch
den weiten Blick über den engen Kirchturmshorizont hinaus übernommen.
Bis ins hohe Alter beteiligte sie sich an den Veranstaltungen der Stuttgarter
Esperanto-Gruppe. So war denn in der Ausstellung auch eine Nummer unseres
"Ökumenisches Esperanto-Forums" zu sehen, in der 1991 ihr Tod gemeldet
wurde, und ein Exemplar des ersten umfangreichen Wörterbuches Deutsch-Esperanto,
das ihr Vater Paul Christaller verfasst hat.
Eine Einzelheit hat man dabei übersehen: In der Markuskirche erinnert
eine Gedenktafel an das Stuttgarter Schuldbekenntnis, das eben an diesem
Ort im Oktober 1945 unterzeichnet wurde und das den deutschen Kirchen
den Weg frei gemacht hat für die Aufnahme in den Ökumenischen
Rat der Kirchen (in Amsterdam gegründet am 23. August 1948, vor
genau 50 Jahren). Einer der Verfasser und Mitunterzeichner dieser historischen
Erklärung, Hans Asmussen, ist im selben Jahr und am selben Tag
geboren wie Frida Christaller!
Neuerscheinungen
Mit dem Erscheinen des dritten Heftes, das die Teile VIII-X enthält,
ist die ganze Liedersammlung
Tero kaj Ĉielo Kantu, die lange Zeit vergriffen war, wieder zu haben.
Das dritte Heft, erweitert um die Zehn neuen Lieder des Münchener
Kirchentags, einige neue Übersetzungen und ein vollständiges
Register aller Lieder auf Esperanto und in den Ursprungssprachen, ist besonders
umfangreich und erschien zum Kongress von Nantes. Zu beziehen sind die
Hefte bei den Bücherdiensten (z.B. von UEA in Rotterdam) oder beim
Schriftleiter (5, 5 und 7 DM, alle drei Hefte zusammen 15 DM).
Pli ol kvindek ("Mehr als fünfzig")
- ein Heft mit Gelegenheitsgedichten und Übersetzungen verschiedenster
Art erschien als Material für Referate von Adolf Burkhardt bei den
Esperanto-Kongressen in Stockholm und Dresden 1998. Es handelt sich um
Volkslieder, darunter viele jiddische, und andere Texte, die sich nicht
für Tero kaj Ĉielo Kantu eignen. Den Schluss bildet eine Bearbeitung
von Goethes Zauberlehrling, von dem verstorbenen Arzt Dr. Hans Breyer in
Freudenstadt übersetzt, durch den der Schriftleiter einst Esperanto
kennengelernt hat.
Menade bal püki bal - so
lautete der Leitspruch des Konstanzer Prälaten Johann Martin Schleyer
für den ersten ernstzunehmenden Versuch einer geplanten Sprache.
Das ist Volapük und heißt "der einen Menschheit eine einzige
Sprache". Die Festschrift zum 50. Geburtstag von Reinhard Haupenthal
trägt diesen Titel, aber die meisten der 45 Autoren aus vielen
Ländern haben auf Esperanto geschrieben. Die Mehrzahl von ihnen
sind Fachleute der Esperanto logie und der Interlinguistik. In dem umfangreichen
(487 S.) und nicht billigen (120 DM) Buch steht auch, auf S.63 - 75,
ein Aufsatz von Adolf Burkhardt über die Geschichte von Dia Regno,
der internationalen Monatszeitschrift von KELI. Dia Regno - Historio
de Kristana Esperanto-Revuo, kann als Sonderdruck aus der Festschrift
gegen Voreinsendung von 3 DM in Briefmarken beim Schriftleiter angefordert
werden
1999 nach
Gliwice (Gleiwitz) 7.-14. August
Die ersten 36 Anmeldungen für den 14. Ökumenischen Kongress
liegen schon vor - in Nantes konnte man sich schon einschreiben: Bis
1. Dezember beträgt die Anmeldegebühr 50 DM (später 70,
nach dem 1. April 90). Dazu kommen die Kosten für Unterkunft und
Verpflegung, gestaffelt nach verschiedenen Gesichtpunkten. Z.B. 390
DM für ein Bett im Doppelzimmer, einschließlich Programm
und Verpflegung für die ganze Woche. Familien und Gruppen bis zu
6 Personen erhalten erhebliche Nachlässe. So zahlen zwei Erwachsene
mit 4 Jugendlichen bis 25 Jahren zusammen nur 500 DM. Gleichzeitig findet
das 3. Esperanto-Jugendlager statt (das 2. war im August 1998 in Taizé).
Lassen Sie sich die ausführlichen Unterlagen kommen oder lesen
Sie alles gleich im Internet nach.
Wer einen Internetanschluß einrichtet bzw. eingerichtet hat,
möge es uns bitte per Netzbrief (e-Mail) an unsere Adresse <Bernhard.Eichkorn@esperanto.de>
mitteilen. ÖkEsFo wird dann für Sie immer sogleich nach Erstellung
in unseren oben genannten Netzseiten (Homepage) zugänglich, denn
wir teilen sein Erscheinen immer gleich per Netzbrief mit. Sie haben
das ÖkEsFo 5-6 Wochen früher, und wir sparen das Porto und
die Arbeit des Verschickens.
Beilage
Dieser Nummer liegt für die Mitglieder der deutschen Landesabteilung
von KELI das Protokoll der Jahresversammlung 1998 bei, die in Dresden-Freital
an Pfingsten stattgefunden hat. Für die Nichtmitglieder dient es
der Information. Sie wird hier beigefügt: KRISTANA ESPERANTISTA
LIGO INTERNACIA (KELI) Germana Sekcio, Ekumena Esperanto – Ligo,
Ökumenische Esperanto - Liga e.V. Fachorganisation
des Deutschen Esperanto-Bundes e.V.
Niederschrift über die Jahresmitgliederversammlung der Ökumenischen
Esperanto-Liga e.V. am Pfingstsamstag, dem 30. Mai 1998 in Dresden-
Freital, Kongreßzentrum
Beginn: 14.30 Uhr Ende 16.00 Uhr
Leitung: Pfarrer Lothar Baumgart Protokoll: Hella Lanka
Anwesende: lt. Anwesenheitsliste 15 Stimmzetteleingang: lt. Liste 17
Tagesordnung:
Begrüßung und Bericht durch Präsident Pfarrer
Lothar Baumgart
Kassenbericht durch Frau Astrid Hanke
Bericht des Revisors Werner Pfennig
Entlastung des Vorstands
Satzungsänderung/-Einfügungen:
Zu § 5 – Beitrag: Im Absatz 2 soll neu eingefügt werden:
"Daneben gibt es die Möglichkeit, gegen die einmalige Zahlung des
20-fachen Jahresbeitrages die lebenslange Mitgliedschaft zu erwerben."
Zu § 10 – Mitgliederversammlung: Im Satz 1 soll die 14
–Tage-Frist eingefügt werden: "Der Vorstand soll jährlich die
Mitgliederversammlung mindestens 14 Tage vorher durch Bekanntmachung im
eigenen Mitteilungsblatt einberufen."
Haushaltsplan 1998
Deutscher Evangelischer Kirchentag 1999 in Stuttgart
ökumenischer Gottesdienst am Sonnabend, dem 30.05.1998, 17 Uhr,
in der Lutherkirche in Dresden-Freital im Rahmen des Deutschen Esperanto-Kongresses
weitere Planungen 1998/99
Verschiedenes
TOP 1 – Begrüßung und Bericht:
Frau Lanka stellt den neuen Präsidenten, Pfarrer Lothar Baumgart,
vor und bedankt sich für seine Bereitschaft, die Ökumenische
Esperanto-Liga e.V. zu führen. Pfarrer Baumgart begrüßt
die Anwesenden und hebt die gute Zusammenarbeit mit den Vorstandsmitgliedern
hervor.
TOP 2 – Kassenbericht 1997:
Frau Astrid Hanke legt den schriftlichen Kassenbericht für das
Jahr 1997 vor. Auf Befragen durch die Mitglieder erteilt Frau Hanke
die nötigen Auskünfte. Es wird vorgeschlagen, die Portokosten
durch den Versand der Rundschreiben als Beilage zum "Ökumenischen
Esperanto-Forum" zu senken. Die Adressen der Ökumenischen Esperanto-Liga
e.V. müßten dafür noch mit den Empfängeradressen
des Ökumenischen Esperanto-Forums" verglichen werden. Außerdem
wird gewünscht, den Übertrag aus dem Vorjahr extra auszuweisen
und nicht unter 'Einnahmen' zu verbuchen.
TOP 3 – Bericht des Revisors:
Da der Revisor, Herr Werner Pfennig, nicht persönlich nach Dresden
kommen konnte, hatte er zusätzlich zum Prüfvermerk schriftlich
den Antrag auf Entlastung der Kassenwartin Astrid Hanke vorgeschlagen.
TOP 4 – Entlastung des Vorstandes:
Pfarrer Burkhardt beantragt die Entlastung des gesamten Vorstandes.
Abstimmung: Bei einer Enthaltung wird der Vorstand mit Mehrheit entlastet.
TOP 5 – Satzungsänderungen:
Zu § 5 – Beitrag: Im Absatz 2 wird folgender Satz eingefügt:
"Daneben gibt es die Möglichkeit, gegen die einmalige Zahlung des
20-fachen Jahresbeitrages die lebenslange Mitgliedschaft zu erwerben."
Abstimmung: Einstimmig angenommen.
Zu § 10 – Mitgliederversammlung: Im Satz 1 soll die 14-Tage-Frist
eingefügt werden: "Der Vorstand soll jährlich die Mitgliederversammlung
mindestens 14 Tage vorher durch Bekanntmachung im eigenen Mitteilungsblatt
einberufen." Abstimmung: Einstimmig angenommen.
Zur Abstimmung über diese Satzungsänderungen sind 17 schriftliche
Stimmzettel mit "Ja" fristgerecht eingegangen, so daß für
die Satzungsänderungen insgesamt 17 + 15 = 32 Mitglieder
mit "Ja" gestimmt haben.
Die Anwesenden haben Pfarrer Baumgart gebeten, die Satzung ganz zu überarbeiten,
den Entwurf mit Pfarrer Burkhardt zu besprechen und ihn zur nächsten
Jahresversammlung 1999 in Berlin zur Abstimmung vorzulegen. Termin für
die Erstellung dieses Entwurfs ist der 1. November 1998.
TOP 6 – Haushaltsplan 1998:
Wenn beim Porto und bei den Druckkosten gespart werden kann, wird der
Haushaltsplan 1998 günstiger als 1997 aussehen. Allerdings muß
für das "Ökumenische Esperanto-Forum" ein Kostenanteil gezahlt
werden. Das Spendenkonto "Kirchentag 1999" läuft extra. Es wird
gebeten, die 'adopta kaso' zu unterstützen, um den Mitgliedern
aus den Ostländern einen Zuschuß zur Teilnahme am KELI-Kongreß
zahlen zu können.
TOP 7 – Deutscher Evangelischer Kirchentag:
Thema: "Ihr seid das Salz der Erde" Es wird nach einem entsprechenden
Esperanto-Motto gesucht.
TOP 8 – Der ökumenische Gottesdienst in Dresden-Freital
fand am 30.05.1998 um 17 Uhr in der Lutherkirche statt. Es waren über
50 Gottesdienstbesucher anwesend.
TOP 9 + 10 – Planungen und Verschiedenes:
Frau Hanke betreut vom 3. – 5. Juli 1998 einen Infostand in Osnabrück.
Anläßlich des 350-jährigen Jubiläums des Westfälischen
Friedens findet dort ein regionaler ökumenischer Kirchentag statt.
Frau Hanke sucht noch einige Helfer.
Der Ökumenische Esperanto-Kongreß findet vom 7. – 14. August
1999 in Gostyn/Polen statt – im Anschluß an den Weltkongreß
in Berlin vom 31.07. – 07.08.1999 in Berlin.
Am Pfingstsonntag (31.05.98) und am 2. Pfingsttag (01.06.98) bietet
Pfarrer Burkhardt um 7.45 Uhr eine Morgenandacht im Kongreßgebäude
Freital an.
Um 16 Uhr schließt Pfarrer Baumgart die Jahresversammlung mit
einem Dank für alle Mitarbeit.
Hella Lanka, Schriftführerin
Pfarrer Lothar Baumgart, Präsident der Ökumenischen Esperanto-Liga
e.V.
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